LATEIN

Sekundarstufe I

Latein ist am FWG für alle Schüler ab der Jahrgangsstufe 5 verpflichtendes und versetzungsrelevantes Unterrichtsfach (neben der ersten Fremdsprache Englisch). Mit einer mindestens ausreichenden Leistung am Ende der Jahrgangsstufe EF wird das Latinum erreicht.

Seit dem Schuljahr 2015-2016 wird das Latinum am Ende der Jahrgangsstufe 9 bei ausreichender Leistung mit der Versetzung erworben.

Die Zahl der Wochenstunden beträgt in den Jahrgangsstufen 5 bis 7 jeweils vier Stunden, in der Jahrgangsstufe 8 fünf Stunden und in der 9  drei Stunden.

In der Jahrgangsstufe 5 werden je Halbjahr zwei Klassenarbeiten geschrieben, in den Jahrgangsstufen 6 und 7 je Halbjahr drei, in der Jahrgangsstufe 8 im gesamten Schuljahr fünf und in der 9 vier Klassenarbeiten.

Sekundarstufe II

In der Oberstufe kann Latein weiter belegt werden, und zwar sowohl in Grundkursen (dreistündig) als auch - ab der Q1 - in Leistungskursen (in der Regel fünfstündig). Selbstverständlich ist auch die Wahl als schriftliches Abiturfach (im Leistungskursbereich und als drittes Abiturfach im Grundkursbereich) sowie als mündliches Abiturfach (im Grundkursbereich) möglich!

Ferner wird Latein als neu einsetzende Fremdsprache angeboten für Schüler, die erst in der Oberstufe an das FWG wechseln. Es wird zunächst vierstündig, ab Q1 dann dreistündig im Grundkurs unterrichtet und kann sowohl drittes (schriftliches) als auch viertes (mündliches) Abiturfach sein. Durch die Teilnahme an der Erweiterungsprüfung in Zusammenhang mit dem Abitur kann man auch in diesem Kurs das Latinum erwerben.

Fachgruppenmitglieder

Löckmann    Kurth    Weber    Heukemes    Gampp

Roeder    Brosch    Isselhard    Hertel    Scharrenbroch    

Frau Heukemes, Frau Isselhard, Frau Kelzenberg, Frau Löckmann, Frau Roeder, Frau Scharrenbroch

Herr Brosch, Herr Gampp, Herr Hertel, Herr Dr. Kurth

Eingeführte Lehrwerke

In der Sekundarstufe I wird das Lehrwerk PRIMA NOVA  verwendet.

Der Kurs mit Latein als neu einsetzender Fremdsprache in der Sekundarstufe II lernt mit PRIMA BREVIS .

olivenkompott hp  moretum hp   Schulfrühstück mit römischen Speisen

Facharbeiten

Eine Facharbeit wird in der Jahrgangsstufe Q1 an Stelle einer Klausur geschrieben. Dies ist auch in Latein (fortgeführt wie neu einsetzend) möglich. Eine solche Facharbeit kann einen sprachlichen Schwerpunkt haben, aber auch Themen beispielsweise der Mythologie oder der Historie aufgreifen.

Exkursionen/Fahrten

Im Schulprogramm ist für die Jahrgangsstufe 6 eine Exkursion in den Archäologischen Park Xanten (APX) festgeschrieben, der in besonderer Weise den Alltag der Römer zu veranschaulichen mag.

Wettbewerbe

Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen Latein bietet besonders interessierten und sprachbegabten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit im Einzelwettbewerb herausragendes Sprachwissen unter Beweis zu stellen. Die Wettbewerbssprachen sind u.a. Latein, Latein/Englisch und Alt-Griechisch. Ab der 8. Klasse ist eine Teilnahme möglich. Anmeldung ist immer Anfang Oktober, die Klausur findet im Januar statt, in den letzten Jahren auch am FWG.

Sich einmal kreativ mit Latein als gesprochene Sprache auseinanderzusetzen, bietet einen Anreiz, mit einer Gruppe am Gruppenwettbewerb teilzunehmen, Songs, Theaterstücke mit hohem Gegenwartsbezug, Hörspiele, Nachrichten... waren in den letzten Jahren preisverdächtig. Auch hier haben FWG-Schülerinnen und Schüler auf Landesebene überzeugt. Interessierte Schülerinnen und Schüler können sich gerne an Frau Löckmann oder Frau Kelzenberg wenden.

Projekt

In der Jahrgangsstufe 9 ist die Mitarbeit am COLONIA-CODE möglich. Die Teilnehmer wählen ein Objekt im Römisch-Germanischen Museum (RGM) aus und inszenieren um dieses mit Unterstützung von Archäologen des RGM sowie Mitarbeitern des Museumsdienstes der Stadt Köln eine Spielszene. Ein professioneller Schauspieler gibt Hilfen bei der sprachlichen Darstellung. Ergebnis dieses Projekts ist die Präsentation vor den neuen Fünftklässlern im RGM!

dattelspießchen hp  fleischklößchen hp  lammklößchen hp 
Schulfrühstück mit römischen Speisen

Kooperationspartner

Kooperationspartner sind das Römisch-germanische Museum (RGM) und der Museumsdienst der Stadt Köln in Zusammenhang mit dem Colonia-Code.

Besondere Veranstaltungen

  • Im Herbst findet jeweils ein Informationsabend statt, der sich vor allem an die Eltern der Viertklässler richtet und rechtzeitig über die Grundschulen und die Tagespresse angekündigt wird. An diesem Abend wird die Einbindung des Lateinunterrichts in das schulische Konzept des FWG vorgestellt.

  • Ende November / Anfang Dezember sowie im Januar findet jeweils an einem Samstagvormittag ein Tag der Offenen Tür statt. Wir laden ein, den Lateinunterricht in den fünften und sechsten Klassen zu besuchen.

  • An beiden Tagen der Offenen Tür bieten wir so genannten ‚Schnupperunterricht' in Latein. Dabei laden wir im Anschluss an die oben genannten Vorführstunden ausschließlich die Viertklässler zu einem einführenden Probeunterricht in Latein ein.

  • Zu Beginn des zweiten Halbjahres gibt es für die Eltern der Jahrgangsstufe 5 einen Informationsabend ‚Latein für Eltern'.

  • Unabhängig von den genannten Terminen stehen wir Lateinlehrer gerne nach Absprache zu einem Informationsgespräch zur Verfügung. In einem solchen persönlichen Gespräch lassen sich viele Ungewissheiten oder auch Unsicherheiten klären.

Auf ein Wort: Warum überhaupt Latein?

Der Altphilologe Friedrich Maier hat in dem sehr lesenswerten gleichnamigen Reclam-Text mit dem Untertitel Zehn gute Gründe (Heft 18565; veröffentlicht 2008) eben diese aufgeführt, die hier in aller Kürze wiedergegeben seien.

1. Latein - Königsweg zu vertieftem Sprachverständnis

           Wir leben im Zeitalter der Kommunikation, in dem Sprachkompetenz wie nie zuvor gefordert ist. Latein vertieft den bewussten Umgang mit Sprache in besonderem Maße.

 2. Latein - Trainingsfeld für die Muttersprache

         Landesweite Deutschtests zeigen, dass Schüler mit Lateinkenntnissen immer besser abschneiden als solche ohne diese Kenntnisse, da sie „für komplexe deutsche Texte eine höhere Verstehens- und Lesekompetenz“ (Professor Lebek, Universität Köln 2003) aufweisen.

 3. Latein - „Trimm-dich-Pfad“ des Geistes

Altbundespräsident Professor Roman Herzog hält „eine intime Kenntnis des Lateinischen (für ein) hervorragendes Denkpropädeutikum“ (2001). Denn die „Schulung von Intelligenz, Beobachtungsschärfe, Entscheidungsstärke, sprachlicher Kreativität, Durchhaltevermögen und Belastbarkeit ist . . . Ergebnis einer langen, intensiven Sprach- und Übersetzungsarbeit“ (Friedrich Maier, S. 37).

4. Latein - Brücke zu modernen Fremdsprachen

Der englische Wortschatz beispielsweise ist bis zu 60 % aus dem Lateinischen ableitbar. Und es ist die Kenntnis des Lateinischen, die „den Weg zu den romanischen Sprachen vor allem im Bereich der passiven Sprachkompetenz vereinfacht und verkürzt“ (Nagel 1997).

5. Latein - Labor zur Analyse einer „hinterlistigen“ Rhetorik

Kenntnisse der antiken Rhetorik nutzen noch heute der Journalismus und die Werbung. Die Analyse rhetorischer Mittel (von Kant „hinterlistige Kunst“ genannt, da sie Gutes wie Schlechtes bewirken kann) etwa in den Verrinen Ciceros hilft, einen eventuellen Missbrauch dieser Mittel in heutiger Zeit aufzudecken.

6. Latein - Fahrstuhl zu den Wurzeln Europas

In Ciceros de re publica liest man Platons negative Bewertung der Demokratie. Sie ließ diese für nahezu 2000 Jahre aus der europäischen Geschichte bis hin zur französischen Revolution verschwinden. Thomas Hobbes spricht in seinem Leviathan von 1651 von der „Naturbrutalität des Menschen“ (homo homini lupus); Thomas von Aquin beschwört um 1250 in der „Herrschaft der Fürsten“ die „Liebesgemeinschaft“ (homo homini amicus). Wie ist der Mensch wirklich? Welche Staatsform ist dem gemäß?

7. Latein - Schatzkammer europäischer Sprachbilder

Im Zeitalter der Wissensvermittlung werden Metaphern, also Sprachbilder, zurückgedrängt - beispielsweise das Bild des gubernators, des Steuermanns, der das Staatsschiff lenkt (bei Cicero und Horaz). Sie zu verstehen, bedeutet, sich den historischen Hintergrund oder die Mythen erarbeiten zu müssen. Doch ein sachlich-nüchterner Text „hat alle Anschaulichkeit verloren, er ist leblos, spricht sinnlich nicht an, es fehlt ihm die Plastizität, von der her einem blitzartig das Gemeinte in seinem vollen Sinn bewusst wird. Metaphern sind kein bloßes Dekor, sie geben der Sprache Vitalität, die Kraft, den Hörer oder Leser auch emotional zu beteiligen, gewiss auch Schönheit“ (Friedrich Maier, S.57).

8. Latein - Studierstube für europäische Grundtexte

Drei Texte nennt Maier (S.58 ff.) exemplarisch: den Eid des Hippokrates aus dem 5.Jh.v.Chr., der in seiner lateinischen Übersetzung tradiert wurde; den Gottesstaat des Augustinus von 410 n.Chr., in dem es u.a. um den gerechten Krieg geht; den Sonnengesang des Franz von Assisi, der bald nach 1225 aus dem Umbrischen ins Lateinische übersetzt wurde, damit ihn alle verstehen konnten (ein Lob Gottes und seiner Schöpfung). Derartige Texte dienen der Vermittlung von Werten.

9. Latein - Treffpunkt mit Menschen, die die Welt veränderten

Zwei Menschen nennt Maier (S.63 ff.): Alexander den Großen und Caesar. Alexander hat die Hellenisierung des Ostens, Caesar die Romanisierung des Westens betrieben - beides wirkt noch heute nach. Beide waren Machtmenschen, und beide haben Nachfolger in der Geschichte gefunden, mit denen man sich kritisch auseinandersetzen muss.

10. Latein - Zugang zu den Quellen von Dichtkunst und Philosophie

Eines der schönsten Gedichte ist Catulls Odi et amo. In der Übersetzung von Eduard Mörike lautet es:

                        Hassen und lieben zugleich muss ich. - Wie das? Wenn ich’s wüsste!

                                    Aber ich fühl’s, und das Herz möchte zerreißen in mir.

In Ovids Metamorphosen (250 Verwandlungsgeschichten) finden sich mit Ikarus (er befindet sich über dem Haupteingang des FWG) oder Orpheus und Eurydike „in die Psyche Europas versenkte Erinnerungsbilder, . . . viele von ihnen als abendländische Symbolfiguren“ (Maier, S.70). Die Briefe an Lucilius des Philosophen Seneca lassen den Menschen über sich selbst und den Sinn des Lebens nachdenken. Dum homines sumus, humanitatem colamus! (Solange wir Menschen sind, wollen wir die Menschlichkeit hochhalten!)

Das FWG bewahrt die Tradition des Lateinunterrichts seit seiner Gründung 1825. Mit den Worten Gustav Mahlers ist „Tradition . . . Weitergabe des Feuers und nicht Anbetung der Asche“. In diesem Sinne eines lebendigen und zeitgemäßen, aber auch mit der Antike konfrontierenden und damit die Gegenwart reflektierenden Lateinunterrichts möchten wir das Lateinische noch viele Jahre vermitteln.

Nutzen Sie die Informationsmöglichkeiten, die wir Ihnen bieten, und lernen Sie so Latein als überaus modernes, weit über sich hinaus weisendes Fach kennen, das nicht nur fundiertes Wissen in der eigentlichen Sprache Latein, sondern auch in den zahlreichen Nachbardisziplinen vermittelt und das - zahlreiche Schülerinnen und Schüler des FWG werden Ihnen dies bestätigen – sogar Spaß machen kann!