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"Inter utrumque vola." – "Fliege den Mittelweg." Mit diesen Worten warnte Dädalus seinen Sohn Ikarus davor, weder der Gischt des Meeres noch der Hitze der Sonne zu nahe zu kommen. Dass uns dieser mehr als 2000 Jahre alte Mythos heute noch zum Nachdenken anregt, zeigt die aktuelle Hitzewelle. Der Klimawandel ist längst in unserem Schulalltag angekommen.

Die Hitze staut sich in den Klassenzimmern. Schüler/-innen sitzen mit Fächern und Mini-Ventilatoren im Unterricht und können sich kaum noch konzentrieren. An besonders heißen Tagen muss der Unterricht auf Kurzstunden reduziert werden. In den Pausen suchen viele den Keller auf, denn auch auf dem Schulhof ist es kaum angenehmer als in den Klassenräumen. Schattenplätze sind rar und die großen versiegelten Flächen heizen sich in der Sonne auf Oberflächentemperaturen von über 60 °C auf.

Doch was können wir tun, damit unser Schulhof kühler wird? Und wie können Drohnen dabei helfen, Antworten auf diese Frage zu finden?

Genau darum ging es am Aktionstag "Drohnen im Einsatz für den Klimaschutz". Unter fachlicher Leitung der Physikdidaktik der Universität zu Köln lernten unsere Schüler/-innen aus dem Wahlpflichtfach "Blauer Planet" zunächst den sicheren Umgang mit Drohnen und absolvierten einen Flugparcours. Drohnen, die mit Wärmebildkameras ausgestattet sind, können sogenannte städtische Hitzeinseln sichtbar machen und so wertvolle Hinweise für eine klimaangepasste Stadtentwicklung liefern.

Da unsere Drohnen nicht über eine Wärmebildkamera verfügen, wurden die Wärmeaufnahmen mit separaten Wärmebildkameras aufgenommen. Schnell zeigte sich, wo die größten Hotspots auf unserem Schulgelände liegen: insbesondere auf dem asphaltierten Spielhof. Gleichzeitig wurde aber auch die Lösung sichtbar. Begrünte Bereiche und insbesondere Bäume sorgen für deutlich niedrigere Temperaturen. Das liegt nicht nur an ihrem Schatten, sondern auch an der sogenannten Transpirationskühlung. Pflanzen geben während der Fotosynthese Wasser an ihre Umgebung ab und kühlen diese dadurch auf natürliche Weise.

Nach der Auswertung der Wärmebilder zeigte sich am bestehenden Rondell auf dem Spielhof ein klarer Kühleffekt. Das ist auch der Grund, warum Schüler/-innen intuitiv diesen Bereich an heißen Tagen aufsuchen.

Daher kommt der Kurs von "Blauer Planet" zu der Schlussfolgerung, dass die Anlage eines zweiten begrünten Rondells auf dem asphaltierten Spielhof dringend benötigte Schatten- und Aufenthaltsbereiche schaffen und die Aufenthaltsqualität deutlich verbessern würde.

Für die Umsetzung solcher Maßnahmen existieren bereits attraktive Förderprogramme, beispielsweise aus dem EFRE-Programm (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung). Als Schule sind wir jedoch auf die Zustimmung der Stadt angewiesen. Genau an dieser Stelle kommen unsere Bemühungen derzeit leider noch nicht entscheidend voran.

Wer unsere Idee eines klimaresilienten und grüneren Schulhofs unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen, mit uns Kontakt aufzunehmen (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.). Gemeinsam können wir dazu beitragen, das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium zu einem kühleren, lebenswerteren und ökologisch wertvolleren Lernort zu machen für unsere Schüler/-innen, aber auch für die Natur mitten in unserer Stadt.

(06. Jul. 2026, Stu)